Eimer, Fässer und Kanister: Rundgreifer oder Hakengreifer
Warum verursacht die Kommissionierung so viele MSE?
Die Kommissionierung ist eine der körperlich anstrengendsten Tätigkeiten in der Logistik. Ein Kommissionierer führt täglich zahlreiche Griffe durch, mehrere tausend Bewegungen pro Woche. Jeder Griff bedeutet:
- Rumpfbeugung unter Regalböden
- Repetitive Bewegungen ohne ausreichende Pausen
- Variable Lasten (Kartons, Säcke, Fässer unterschiedlichen Gewichts)
- Ungünstige Körperhaltungen (Arme über Schulterhöhe, Drehbewegungen)
Unter Regalböden ist eine ergonomisch günstige Griffhöhe oft nicht erreichbar, der Bediener muss sich beugen, drehen, strecken. Nach einiger Zeit entstehen erste Schmerzen im unteren Rücken, in den Schultern, in den Knien.
Hinzu kommt die Variabilität der Lasten: Ein Karton mit Elektronik wiegt deutlich mehr als ein Karton mit Schaumstoff. Der Körper kann sich nicht auf eine konstante Belastung einstellen, jeder Griff stellt eine neue Anforderung dar. Das ist einer der Gründe, warum die Kommissionierung besonders häufig zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führt.
Ein weiterer Faktor ist der Arbeitsmarkt: hohe Fluktuation, angespannte Personalsituation, gemischte Teams mit unterschiedlicher körperlicher Belastbarkeit. Neue Mitarbeiter sind oft nicht an die Belastung gewöhnt und verletzen sich schneller. Erfahrene Mitarbeiter entwickeln chronische Beschwerden und fallen aus.
Die Lösung ist nicht, schneller zu arbeiten. Die Lösung ist, die Belastung zu reduzieren.









